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Rommerskirchen-Evinghoven



AUSGRABUNG EINES RÖMISCHEN GUTSHOFES IN ROMMERSKIRCHEN-EVINGHOVEN

Säulen für Jupiter

Auf dem Gelände eines römischen Gutshofen (villa rustica) in Rommerskirchen wurden zwei Brunnen freigelegt. In den oberen Verfüllschichten fanden sich zahlreiche Fragmente mehrerer Götterdenkmäler aus Kalk- und Sandstein.
Trotz ihrer Zerstörung und Verwitterung lassen sich drei Statuen des thronenden Jupiters und Sockel von Jupitersäulen rekonstruieren.

Herausragend ist die Darstellung der Juno mit einem Pfau neben ihrer rechten Schulter. Sie gehörte zum Pfeiler einer Jupitersäule. Auf der glatten Vordereite ist die Weihe- Inschrift I(ovi) O(ptimo) M(aximo) = "für Jupiter, den Besten und Größten" zu lesen. Wahrscheinlich wurden die Jupitersäulen während der Überfälle der Franken und Alemannen im 4. Jahrhundert n. Chr. zerschlagen und in den Brunnen des Gutshofes geworfen. Jahrhunderte lang waren sie damit im Boden vor weiterer Zerstörung bewahrt.

Bericht des Grabungsleiters Andreas Schaub

Neben dem fast vollständig untersuchten steinernen Hauptgebäude (Villa mit Eckrisalit) wurden Reste hölzerner Nebengebäude, mehrere Brunnen, mutmaßliche Teiche, zahlreiche Öfen, Drainagegräbchen und Siedlungsgruben angetroffen.

Anhand der Funde ist die Belegung des Platzes seit der Mitte des 1. Jh. n. Chr. wahrscheinlich.

Das Ende der römischen Siedlungstätigkeit liegt, nach Ausweis der Münzreihe, frühestens in der zweiten Hälfte des 4. Jh. n. Chr. Unter den zahlreichen Fundobjekten nehmen Reste mehrerer Steindenkmäler eine herausragende Stellung ein. Vor allem aus den Verfüllschichten zweier Brunnen stammen Fragmente von wenigstens fünf Götterdarstellungen, Inschriftenreste und Architekturteile, die offenbar zu mehreren Jupitersäulen gehört haben dürften.

Hauptgebäude:

Das aus Stein errichtete Hauptgebäude wurde im Nordwesten des Untersuchungsgebietes an der höchsten Stelle des Geländes (ca. 60,5 m ü. NN) über römischen Siedlungsresten angetroffen. Es handelt sich um eine Risalitvilla, deren 36 m lange östliche Front hangabwärts auf den nahe gelegenen Gillbach ausgerichtet war.

Aus den jüngsten Verfüllschichten des Brunnens (Stelle 343) konnten zahlreiche Fragmente von Steindenkmälern geborgen werden. Hervorzuheben ist ein Kalksteinblock, dessen Vorderseite die Inschrift I(ovi) O(ptimo M(aximo) trägt.

Übersetzung: "Für Jupiter, dem Besten und Größten".

Die drei übrigen Seiten sind mit Reliefs geschmückt. Eines der Reliefs zeigt die stehende Juno mit Zepter, Fackel und Pfau. Das zweite Relief ist stark beschädigt und lässt nur noch schwache Umrisse einer stehenden Figur erkennen, die offenbar einen Helm mit Federbusch trägt, was auf Minerva hinweisen könnte.

In einem westlich benachtbarten Brunnen (Stelle 84) fanden sich vier zusammen passende Teile eines sitzenden Jupiters sowie weitere erarbeitete Kalksteinfragmente. Darüber hinaus wurden zwei weitere sitzende Jupiterstatuen, der Oberkörper einer weiblichen Figur, weitere Skulpturenfragmente und schließlich ein profilierter Sockel aus rötlichem Sandstein geborgen.

Ungewöhnlich ist allerdings der Nachweis von mindestens drei sitzenden Jupiterfiguren an einem Villenplatz.

Wahrscheinlich wurden die Jupitersäulen während der Überfälle der Franken und Alemannen im 4. Jahrhundert zerschlagen und in die bBrunnen des Gutshofes geworfen. Jahrhunderte lang waren sie damit im Boden vor weiterer Zerstörung bewahrt.

Überreste von Jupiterstatuen aus Rommerskirchen-Evinghoven. (Foto: M. Hundt)
Überreste von Jupiterstatuen aus Rommerskirchen-Evinghoven. (Foto: M. Hundt)

Jupiterstatue aus Rommerskirchen-Evinghoven, Seiten- und Frontalansicht. (Fotos: M. Hundt)

Jupiterweihung mit der stehenden Juno aus Rommerskirchen-Evinghoven. (Fotos: M. Hundt)
Jupiterweihung mit der stehenden Juno aus Rommerskirchen-Evinghoven. (Fotos: ABS-Kempken)

 

 

Jupiterweihung mit Abbildung der Göttin Juno. (Foto: M. Hundt)
Jupiterweihung mit Abbildung der Göttin Juno. (Foto: M. Hundt)