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Der Bleisarg aus Rommerskirchen



Bei dem Bleisarg handelte es sich ursprünglich um die innere Verkleidung eines Eichenholzsarges (Innenmaße 2,21 x 0,52 m). Die Eichendielen waren ursprünglich 2 Zoll (= 5,08 cm) stark. Hierauf weisen die Sargnägel hin, die von  außen nach innen getriebenen und deren herausragende Spitzen anschließend umgeschlagen worden waren. Nur in diesem Bereich haben sich Holzreste durch die konservierende Wirkung des Eisenoxids erhalten. Das Bleifutter bestand aus zwei grossen Bleiplatten von 0,5 cm Dicke, die zugeschnitten, in Form gebracht und dann im Sarg zusammengelötet worden waren. In den Holzdeckel war ein separater Bleideckel eingelassen worden, der über den Innentrog gestülpt worden war. Der Bleitrog war innen mit Nägeln an den Holzsarg geheftet worden.

Im Sarg lag das Skelett eines erwachsenen Mannes. An Beigaben fanden sich in der Grabgrube drei Gefäße: auf der rechten Seite eine blaue Glasflasche, auf der linken Seite ein Firnisbecher und eine Terra Sigillata Schale mit Glasschliffdekor. Im Trinkbecher befand sich Holzkohle, die bislang noch nicht analysiert werden konnte. Während die Tongefäße direkt auf der Sohle der Grabgrube gestellt worden waren, fand sich die Glasflasche in Höhe des Sargdeckels. Vermutlich hatte sie ursprünglich auf dem Deckel gestanden und war beim Verfüllen der Grube heruntergerollt. Der Tote scheint nach Ausweis der Funde in der Mitte des 3. Jahrhunderts bestattet worden zu sein.

Nischen auf der Stirnseite des Sarkophages (innen). Offener Bleisarg.

Bestattung im Bleisarg. (Foto: M. Hundt)
Bestattung im Bleisarg. (Foto: M. Hundt)