Amphorenhenkel aus Gill



Amphorenhenkel mit Stempel des Produzenten. (Foto: Rhein. Amt f. Bodendenkmalpflege, Mentzel)
Amphorenhenkel mit Stempel des Produzenten. (Foto: Rhein. Amt f. Bodendenkmalpflege, Mentzel)

Im Bereich der römischen Hofstelle, westlich des vorstehend beschriebenden Bestattungsplatzes fand der ehrenamtliche Mitarbeiter des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege Bonn, M. Hundt, Rommerskirchen, zwei Henkelfragmente von Ölamphoren. Die Henkel trugen die Stempel der Hersteller QMR bzw. //.MR .

Es handelte sich um Ölamphoren der Form H. Dressel 20. Sie wurden in Spanien in der römischen Provinz „Baetica“ am Fluss Guadalquivir zwischen den Orten Sevilla und Cordoba hergestellt und zwar im Bereich des Landgutes „La Catria“ in der Nähe von Lora del Rio. Dort befanden sich schon in der Antike ausgedehnte Olivenhaine. Das Transport- bzw. Verpackungsmaterial (Amphoren) wurde also direkt in der Nähe der Produktionsstätten hergestellt.

Ein weiterer Amphorenhenkel aus Gill mit Stempel.(Foto: M. Hundt)
Ein weiterer Amphorenhenkel aus Gill mit Stempel. (Foto: M. Hundt)

An diesem Beispiel lässt sich gut demonstrieren, daß die Landbevölkerung am Gillbach sich durchaus Luxusgüter leisten konnte. Der Transport von Olivenöl von Spanien bis nach Rommerskirchen war im 2. bis 3. Jahrhundert n. Chr. sicher nicht billig.

Datierung:
Callender 1481 QMR