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Sockel einer Jupitergigantensäule



Zwei Sockel, die  von einer oder mehreren Jupitersäulen stammen.

Die beiden Sockel wurden während des Wiederaufbaus der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche St. Peter (1950-51) gefunden.

Ein Abguss kann heute neben der Kirche besichtigt werden.

Man kann auf der Säule zwölf Götter und Halbgötter erkennen:

Fragmente von Jupitersäulen vor der Kirche St. Peter in Rommerskirchen. (Foto: M. Hundt)
Fragmente von Jupitersäulen vor der Kirche St. Peter in Rommerskirchen. (Foto: M. Hundt)

Block I:

  1. Hercules mit geschulterter Keule und Gegenstand in der rechten Hand.
  2. Luna in Chiton (Gewand) und Mantel, der über den Kopf hochgezogen ist. Über ihrer Stirn befindet sich ein Halbmond. Ihre Hände beschäftigen sich mit den Falten Ihres Mantels.
  3. Iuno ist wohl die künstlerisch auffallendste Gestalt. In ihrer Linken befindet sich ein langes Zepter, in der Rechten eine rauchende Fackel. Sie trägt ein hohes Diadem (Kopfschmuck), über das ihr Mantel hochgezogen ist.
  4. Sol, mit gelockten Haaren, ist mit Peitsche und Globus dargestellt. Um seinen Kopf Verläuft ein Strahlenkranz.

Block II:

  1. (stark verwittert) Mars in Muskelpanzer und darunterliegendem Chiton (Gewand). In der rechten Hand stützt er sich auf eine  Lanze, in der linken trägt er einen kleinen, ovalen  Schild. Ein Schwert hängt an der linken Seite. Er trägt einen Helm mit Helmbusch.
  2. Mercurius mit Geldbeutel und Flügelschuhen. In der Nische über ihm eine weibliche Figur; durch die Darstellung einer Eule vermutlich  Minerva.
  3. Vulcan, bärtig, mit Hammer und Zange. Man erkennt links unten einen kleinem Amboß. Er trägt einen Mantel, der den Unterkörper und die linke Brust bedeckt.
  4. Virtus, gekleidet in einen Chiton mit Mantel und halbhohe Stiefel. Die rechte Hand ist auf eine Lanze gestützt, deren Spitze nach unten weist.

zu Block II:

In den Nischen über den genannten Figuren befinden sich stark zerstörte Figuren, von denen man nur die Unterkörper erkennen kann.

  1. Über dem Gott Mercur ist eine Göttin in Chiton und Mantel abgebildet, neben dem linken Fuß befindet sich ein Vogel, ein Kautz, der wohl als Minerva zu deuten ist.
  2. Die Figur über Mars ist wahrscheinlich Victoria, die den Fuß auf die Erdkugel (globus) setzt.
  3. Über Vulcan ist eine weibliche Figur, die nicht mehr eindeutig erkennbar ist; vielleicht  handelt es sich um Fortuna.
  4. Über der Göttin Virtus kann man die Figur zu einem Neptun ergänzen, der sein rechtes Bein auf einen Schiffsbug stellt. In der linken Hand hält er einen Dreizack.

Die Rommerskirchener Sockel bestehen aus Liedberger Sandstein und sind die Arbeit eines provinziellen römischen Steinmetz.

Die Originale befinden sich im Rheinischen LandesMuseum Bonn



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Publikationshinweis:

Manfred G. Hundt, "Das Erbe der Römer am Gillbach - Bodendenkmalpflege in Rommerskirchen", Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Rommerskirchen, Band 1.
Erhältlich bei der Gemeinde Rommerskirchen, Rathaus, Zimmer 1.05, Bahnstraße 51, 41569 Rommerskirchen.